Ein allzu häufig unterschätzter Absatzmark

news umsatzIhr feuerrotes Haar fliegt wild durch den Wind. Die weitgeöffnete Bluse gewährt - vor der Kulisse einer imposanten Meeresbucht - einen tiefen und gewollten Einblick. Sexy blickt Andrea Berg vom Cover ihres neuesten Albums „Abenteuer“ (VÖ 30.09.2011).

Schnell wird dem Betrachter klar: das abgebildete wiederspricht eindeutig dem Klischee des ach so biederen deutschen Schlagers, welcher vermeintlich um seine Existenz, genauer gesagt um seine Daseinsberechtigung kämpfen muss. Dass dem jedoch nicht der Fall ist, beweisen Andrea Berg und Co nun eindrucksvoll: Allein ihr Album Abenteuer ging seit seinem Release bereits 200.000 Mal über die Ladentheke. Der deutsche Schlager ist somit nach wie vor lukrativ, und das für alle Beteiligten. So ist beispielsweise André Selleneit, Chef von Ariola, der Meinung, dass der Stellenwert des Genres sogar noch unterschätzt werde. „Der deutsche Schlager hat insgesamt einen Marktanteil von rund sieben Prozent. Real dürfte der Marktanteil allerdings noch um rund ein Drittel höher liegen, denn Interpreten wie DJ Ötzi werden zu Pop gezählt, machen aber eindeutig Schlager." Dem Schlager auf Basis solcher Werte den Tod zu prophezeien wäre somit genauso ungerechtfertigt, wie ihn als Mainstream-Musik der deutschen Jugendkultur zu bezeichnen.

Zwar gilt Andrea Berg und somit auch das oben angeführte Beispiel als absolute Bestmarke innerhalb des Schlagergenres, doch eine One-Woman-Show ist der volkstümliche Musikzirkus lange nicht. Helene Fischer zum Beispiel stellte Mitte Oktober ihr neues Album „Für einen Tag“ bei einem Konzert in Hamburg vor. Live dabei war auch Bild.de. Die Website der Boulevardzeitung übertrug den Auftritt via Live-Stream. Ein Indiz für die Massentauglichkeit des deutschen Schlagers, welcher nachweislich so ganz und gar nicht um seine Daseinsberechtigung kämpfen muss.

 

 
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